Die Weihwasserbecken der Pfarrkirche St. Theresia

Die Einweihung war am 13.12.2008

 

Im Sommer 2008 wurden von der Glaskünstlerin Edith Priebernig die neuen Weihwasserbecken gestaltet und die bisherigen Kupferkessel, die schon stark beschädigt waren, durch Glasarbeiten ersetzt. Die Idee und theologischen Überlegungen stammen von Pfarrer, Dechant Johannes Pichler.

 

Die 4 Glaskunstwerke stellen die 4 Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer dar.

 

 

Alle 4 Elemente sind Segen für uns Menschen können aber auch bedroht sein und zur Bedrohung werden. So scheint in der Ambivalenz der 4 Elemente immer das Göttliche und Geheimnisvolle durch.

 

Erde:  Sie wurde uns von Gott anvertraut. Sie zu bebauen zu schützen und zu gestalten ist christliche Aufgabe. Wo wir das tun ist die Erde Segen für uns Menschen – wo wir sie ausbeuten und achtlos mit ihr umgehen, kann sie zur Bedrohung für uns werden.

In der Erde können wir unsere Wurzeln entfalten, Standfestigkeit bekommen und uns hin zum Himmel ausstrecken.

Wasser: Die Wasser sind die Ursprungsstätte der Schöpfung Jahwes. (Gen 1,2) Ohne Wasser kein Leben. Erfrischend, belebend und reinigend braucht der Mensch das Wasser. Freilich kann Wasser auch zur Bedrohung werden und den Tod bedeuten. Man denke nur an Stürme, Überschwemmungen und an den Tod durch ertrinken.

In der Taufe stirbt der alte Mensch – der neue Mensch lebt aus dem Glauben neu!

Luft: Im alten Testament als „Ruach“ bezeichnet – haucht Gott seinen Atem in diese Welt und belebt damit den Menschen. Gott selbst ist nicht im Sturm, sondern im zarten Hauch wahrzunehmen. Wie der Schmetterling getragen ist in der Luft, so kann der Mensch getragen sein vom Geist Gottes und seiner Liebe.

Feuer: Wie Feuer soll der Mensch sich entflammen für den Geist Gottes. Wärmend aber auch vernichtend ist es bereits im AT Symbol für die Gegenwart Gottes und kennzeichnet heiligen Boden.

 

Beim Betreten der Kirche schaltet sich das Licht unter den Glasflächen ein. Dieses Licht symbolisiert Jesus und sein Licht, das er in die Welt bringen kann. Im Wasser der Taufe, im Geist der Firmung, im verantwortungsvollen  Umgang mit der Schöpfung im Atem des Lebens kann Gott durchscheinen und erfahrbar werden.

Als Getaufte sind wir eingeladen dieses Durchscheinen Gottes, dieses Licht – das er in der Osternacht in die Welt bringt, wahrzunehmen.

 

Die Blaue Linie am Boden, die die 4 Becken miteinander verbindet, symbolisiert einerseits den Jordan, Fluss der Taufe Jesu, ist aber auch die Linie die wir überschreiten von der säkularen Welt hinein in die Kirche.

Durch die Taufe, an die wir uns erinnern wenn wir das Weihwasser nehmen und beim Eintritt in die Kirche ein Kreuz machen, sind wir hinein genommen in die Gemeinschaft der Kirche, also jener Menschen die getauft und mit Gott unterwegs sind.

 

Durch das Vertrauen auf Gott sind wir auch den kosmischen Mächten nicht schutzlos ausgeliefert.

 

 

Die Künstlerin: Mag. Edith Priebernig wurde 1966 in St.Veit geboren und wuchs in Hochfeistritz auf.

Nach dem Besuch der Volkschule dort, der HS in Brückl und dem Oberstufengymnasium in Klagenfurt studierte sie Pädagogik und Philosophie in Wien. Nach diversen Tätigkeiten bildete sie sich im EDV-Bereich weiter und war auch künstlerisch tätig. Sie ist Mutter von 3 Kindern. Seit 2001 ist sie in Tulln (NÖ) tätig, wo sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner eine Glaserei betreibt und sich in diesem Bereich besonders aufs künstlerisch- kreative spezialisiert hat.

Adresse: Wienerstraße 1, 3430 Tulln a. d. Donau

Telefon: 0664 1411800

 

 

 

Die Handwerkliche Umsetzung und Installierung erfolgte durch Herrn Friedrich Hübner und Herrn Helmuth Petschenig.